Vom Zechenturm zum Landesgartenschau-Tower

Eröffnung einer Ausstellung im REAL-Einkaufszentrum Kamp-Lintfort, erste Etage

Ein Modell für den Umbau des alten Zechenturms

Die Schulgemeinde ist stolz, eine Ausstellungseröffnung für Dienstag, den 20. März 2018 um 12.00 Uhr, ankündigen zu können: Schülerinnen und Schüler der UNESCO-Schule Kamp-Lintfort werden im Rahmen einer öffentlichen Ausstellungs-Eröffnung ihre Architekturmodelle erläutern. Neben Objekten aus unterschiedlichsten Materialien sind Zeichnungen der Schülerinnen und Schüler zu sehen, die die Jugendlichen inhaltlich auf das Unterrichtsprojekt vorbereiten sollten.

Schüler-Projekte - Ideen zur Umgestaltung des alten Zechenturms 

Die Klassen 10e und 10f

Ziel des Kunst-Unterrichts mit den Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 (Klassen 10e und 10f) der UNESCO-Schule war es, eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Stadtumbau Kamp-Lintfort und Landesgartenschau 2020“ anzuregen. In der Ausstellung werden die Ergebnisse der beiden Schülergruppen gemeinsam präsentiert.

Die Klassen 10e und 10f haben im Fach Kunst über zukünftige Nutzungsmöglichkeiten des ehemaligen Zechenturms bzw. des baldigen Landesgartenschau-Turms in Kamp-Lintfort nachgedacht. Die Leitfrage lautete: Wie könnte man den Zechenturm attraktiv umbauen? Anfangs wurden vergleichbare Projekte betrachtet: Zu nennen ist etwa der „Glaselefant“ im Maximilianpark in Hamm, eine umgebaute Kohlewäsche. 1984 wurde das Gebäude von dem Künstler Horst Rellecke zu einem Ausstellungshaus umgebaut, bei dem ein gläserner Aufzug hinauf zu einem Aussichtsturm führt. Ein weiteres Beispiel: In Wien gibt einen von 1942 bis 1945 erbauten Flakturm aus massivem Beton: Der Turm im Esterhazypark wird inzwischen von zwei Museen genutzt: dem „Haus des Meeres“ und dem „Foltermuseum“. Spektakulär sind außerdem die Kletterwand auf der Fassade und ein Kunstwerk des Amerikaners Lawrence Weiner oben am Gebäude.

Umbau-Ideen für den Zechenturm

Wie könnte nun der Zechenturm in Kamp-Lintfort in Zukunft genutzt werden? Jeder Schüler hat eine Ideen-Skizze zur Umgestaltung des alten Zechenturms gezeichnet. In Gruppen haben die Schülerinnen und Schüler sich dann über ihre Ideen ausgetauscht. Anschließend haben sie gemeinsam dreidimensionale Modell-Entwürfe vorrangig aus Pappe gebaut. Insgesamt sind zehn Modelle entstanden. Anschauliche Skizzen und schriftliche Erläuterungen auf Plakaten ergänzen die Modelle. 
Anhand der Modelle sieht man: Die Gruppen denken zum Beispiel daran, den Turm mit attraktiver Aussichtsplattform, Rutschen, Ausstellungsflächen, Beleuchtungen, einer Discothek u.ä. aufzuwerten. Eine Gruppe würde gerne eine öffentliche Schokoladenfabrik mit Drive-In-Verkaufsstelle im alten Zechenturm unterbringen. Eine andere Gruppe denkt an ein Einkaufszentrum mit riesiger Glasfassade: Die Shops sind übereinandergestapelt und mit einem spektakulären Aufzug miteinander verbunden. Das erinnert an ein berühmtes Gebäude in Tokio von dem japanischen Architekten Shigeru Ban: Bei dem „Nicolas G. Hayek-Center“ im edlen Einkaufsviertel „Ginza“ sind Fassade und Struktur ganz ähnlich gestaltet.

 Das Gartenschau-Maskottchen "Kalli" zu Besuch im Kunstunterricht

Bunte Bahnhofs-Modelle der Klasse 6b

Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Beitrag der Klasse 6b. Warum? Auch die 6b hat sich mit der geplanten Landesgartenschau und dem Stadtumbau beschäftigt. Die Stadtverwaltung in Kamp-Lintfort arbeitet daran, eine Zugverbindung, die die Stadt in 28 Minuten mit Duisburg verbinden wird, zu bauen. Die 6b hat sich deshalb mit ihrer Klassenlehrerin Frau Meier im Rahmen des Kunstunterrichts überlegt: Wie könnte der geplante Bahnhof in Kamp-Lintfort aussehen? Auf den Fotos der selbst gebastelten Modelle ist zu entdecken: Große bunte Bänke im Wartebereich wären toll, auch eine große Bahnhofsuhr. Ein Kiosk mit Popcorn-Maschine wäre super. Außerdem erkennt man auf den Fotos der Modellbahnhöfe der 6b, woran die Schülerinnen und Schüler weiterhin gedacht haben: Im Sommer könnte ein kleines Schwimmbecken am Bahnhof für Erfrischung sorgen. Im „Girl´s Train-Station“ würden die Schülerinnen und Schüler ein Kino mit riesigen, farbigen Sitzkissen einrichten, um aus dem Bahnhof einen Kultur-Treffpunkt zu machen. Im Moment läuft hier „Rico, Oscar und die Tieferschatten“. Eine kleine Spielecke für Kinder haben sie nicht vergessen. Anderen ist eine ansprechende Bepflanzung des beeindruckend beleuchteten Bahnhofsvorplatzes mit Bäumen wichtig. Der Clou: ein Schwimmbecken auf dem Bahnhofsdach mit Sprungturm! Auch ein Spielplatz für Kinder, etwa mit Sandkasten und Wippe, wäre sehr familienfreundlich. Eine Gruppe hat sogar ein Tierheim mitgeplant.

Der Zechenturm gestern und heute

Im Jahr 1906 wurde die Zeche in Kamp-Lintfort gegründet, 2012 wurde sie geschlossen. Nichts hat Kamp-Lintfort so geprägt wie die Steinkohle. Mit dem Bergbau wurde auch die bis heute die Stadt prägende Zechensiedlung angelegt. Nicht erst nach der Zechenschließung befindet sich der Ort in einer Phase des intensiven Strukturwandels: Jetzt kommt die Landesgartenschau 2020 nach Kamp-Lintfort. Noch nie ist ein aufgegebenes Zechengelände so schnell saniert worden wie in Kamp-Lintfort.

Der Zechenturm in Kamp-Lintfort sollte nach den Plänen der RAG eigentlich abgerissen werden, wie andere Gebäude auf dem Bergwerksgelände, die nicht unter Denkmalschutz stehen oder weiter genutzt werden. Doch im Rahmen einer Bürgerbefragung am 24. September 2017 wurde deutlich, dass die Einwohnerschaft Kamp-Lintforts den Turm mehrheitlich erhalten möchte. Er wurde inzwischen zu einem symbolischen Preis von einem Euro von der RAG erworben. In einer Mitteilung des Bürgermeisters der Stadt Kamp-Lintfort, Christoph Landscheidt, heißt es weiter über die Planungen: „Wenn der Turm auch nach der Landesgartenschau als öffentlich befahrbarer Aussichtsturm dauerhaft genutzt werden soll und städtebaulicher Bestandteil des neuen Quartiersplatzes im geplanten Stadtteil „Friedrich-Heinrich" werden soll, muss er gründlich saniert und ertüchtigt werden. Die Kosten dafür betragen laut Gutachten ca. 2,5 Mio. Euro. Diese Mittel werden durch die RAG und das Land NRW zur Verfügung gestellt.“ (siehe https://www.kamp-lintfort.de/de/inhalt/buergerbefragung-zur-zukunft-des-zechenturmes/)

Ausstellungs-Eröffnung am 20. März 2018

Die beiden Klassen haben Anfang März die Ausstellung in einem Ladenlokal im REAL-Einkaufszentrum aufgebaut. Die Ausstellung zeigt auf überraschende Weise, wie vielfältig denkbare Nutzungsmöglichkeiten des alten Zechenturms in Zukunft sein könnten. Die Präsentation soll die Schülerinnen und Schüler der UNESCO-Schule und die Bevölkerung der Stadt Kamp-Lintfort dazu anregen, den Strukturwandel und den Stadtumbau als eine Chance für die gemeinsame Gestaltung der Stadtzukunft zu begreifen.

Beim Aufbau der Ausstellung

Am Dienstag, den 20. März 2018, werden die Schülerinnen und Schüler aus zwei Klassen der Jahrgangsstufe 10 ihre Projekte im Rahmen einer öffentlichen Ausstellungs-Eröffnung um 12.00 Uhr vorstellen. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Gebäudeverwaltung und das Hausmeisterteam des EKZ (insbesondere an Herrn Borgers).

 

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