So hatte sich Schulleiter Jürgen Rasfeld seinen Abschied nach fast 30 Jahren an der UNESCO-Schule Kamp-Lintfort nicht vorgestellt. Schweren Herzens hatte er seine Abschiedsfeier aufgrund der Corona-Krise und der damit einhergehenden Regelungen abgesagt. Doch das Kollegium war sich schnell einig: So einfach lassen wir ihn nicht gehen! Und so wurde unter Einhaltung von strikten Regeln, Abständen und der erforderlichen Desinfektionsmitteln ein gemeinsames Programm auf den Weg gebracht.

UNESCO-Schüler verabschiedeten ihren Schulleiter mit einer Girlande aus guten Wünschen

An seinem letzten „Schultag“ erwartete Herrn Rasfeld bereits an der Eingangstür die erste Überraschung: Vertreter der Elternpflegschaft empfingen ihn, allen voran die Schulpflegschaftsvorsitzende, die sich im Namen der Schulpflegschaft und der Eltern für die gute Zusammenarbeit in den vielen Jahren seiner Schulleitungstätigkeit bedankte. Schon am Tag zuvor hatten Vertreter der Schulpflegschaft im Verwaltungstrakt eine Girlande mit hunderten kleiner Tütchen angebracht, auf denen die Schülerinnen und Schüler „ihren“ Schulleiter mit zahlreichen guten Wünschen verabschiedeten. 

Wünsche zur Verabschiedung des Schulleiters

Nach der heimlichen Vorbereitung des Schulhofs bei Sonnenschein und Temperaturen von über 30 Grad war es um 12 Uhr endlich soweit. Die Schulgemeinde überraschte ihren langjährigen und beliebten Schulleiter mit einer coronabedingt kleinen, aber feinen Verabschiedung mit sowohl sentimentalen als auch fröhlichen Programmpunkten. 

Verabschiedung mit Abstand in Corona-Zeiten

Barbara Sterzenbach leitete die Veranstaltung mit dem Hinweis ein, dass es neben der heimlichen Planung am schwierigsten war, die Zahl der Anwesenden auf unter 100 zu begrenzen. 

Sommerliches Wetter zur Verabschiedung

Durch das Programm führte Barbara Sterzenbach

Nach der musikalischen Eröffnung mit dem Lied „Mit 66 Jahren“, dessen Refrain vom Kollegium durch „Mit 65 Jahren“ übersungen wurde, begrüßte die stellvertretende Schulleiterin Helga Dylla die Ehrengäste und das Kollegium. In einer sehr persönlichen Rede bedankte sie sich für die gute Zusammenarbeit im Team und betonte, dass Herr Rasfeld seine Ziele verfolgt habe, dabei aber immer kompromissbereit gewesen sei. Er habe sich beraten lassen, aber nie sein Fähnchen nach dem Wind gehängt. Er hatte immer ein offenes Ohr für alle, ohne dabei das Große und Ganze aus dem Blick zu verlieren. Kurzum: Er hat die UNESCO-Schule zu dem gemacht, was sie heute ist. Eine gute moderne Schule, die ihresgleichen sucht. 

Begrüßung durch die stellvertretende Schulleiterin Helga Dylla

Nach der emotionalen Rede spielte Philipp Dombrowski aus der 10f auf dem Klavier, gefolgt vom USKL-Quartett mit dem Stück „Tenor Madness“. 

Philipp Dombrowski aus der ehemaligen 10f spielte auf dem Klavier

Jürgen Rasfeld genießt neben Frau und Tochter das Programm

Der Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt dankte Jürgen Rasfeld im Namen der Stadt Kamp-Lintfort für seine vorbildliche pädagogische Arbeit als stellvertretender Schulleiter an der 1991 neu gegründeten städt. Gesamtschule Kamp-Lintfort und als deren Schulleiter ab dem Jahr 2010. Herr Rasfeld wirkte prägend beim Aufbau der Schule und der Einführung des neuen Schulsystems mit allen organisatorischen und konzeptionellen Aufgaben mit. Im größten Schulzentrum der Region habe er in seiner Verantwortung als Führungspersönlichkeit ein pädagogisches Klima geschaffen, in dem sich alle gut und sicher aufgehoben fühlten. Neben fachlichem Wissen lernen die Schülerinnen und Schüler soziales Verhalten und Selbstverantwortung. „Das Schulprogramm und die fachlichen Erfolge, wie die tollen Ergebnisse der Abiturienten, machen die UNESCO-Schule zu einer der gefragtesten Gesamtschulen in der Stadt und der Gegend.“ resümierte Herr Prof. Dr. Landscheidt, „Die UNESCO-Schule als Spiegelbild der Gesellschaft der Stadt verdeutlicht, dass in Kamp-Lintfort die richtigen Personen an verantwortlicher Stelle sitzen.“ 

Bürgermeister Prof. Dr. Christoph Landscheidt dankt im Namen der Stadt

Das USKL-Quartett begeisterte mit einem weiteren Musikbeitrag, „Blue Bossa“.

Musikalische Untermalung durch das USKL-Quartett (Detlef Lichtrauter Cajon, Christoph Neukirch Gitarre, Falk Brinkmann Gitarre, Martin Dreier Tromete)

Danach wünschte die Schulpflegschaftsvorsitzende Daniela Acker im Namen der Eltern Herrn Rasfeld für seinen Ruhestand das Bestmögliche. Sie bedankte sich nochmals für die gute Zusammenarbeit und betonte, dass Schüler und Lehrer ihn gleichermaßen zuverlässig, hilfsbereit und engagiert erlebt hätten. Er hätte immer ein offenes Ohr für die Belange der Elternschaft gehabt und nach Lösungen gestrebt, um allen Beteiligten gerecht zu werden. Herr Rasfeld habe im Schulleben der UNESCO-Schule Spuren hinterlassen, die beständig bleiben. 

Die Schulpflegschaftsvorsitzende Daniela Acker würdigte Herrn Rasfeld

Der langjährige Vorsitzende des Fördervereins Fikret Ceran bestätigte die Worte Ackers. Er blickte auf eine lange Zeit mit vielen persönlichen Erlebnissen zurück und wünschte Herrn Rasfeld, dass er als Kapitän im neuen Lebensabschnitt seine Segel nur noch so setzt, wie es ihm selbst gefällt. 

Der Vorsitzende des Fördervereins Fikret Ceran dankte für die gute Zusammenarbeit

Die folgende musikalische Darbietung war eine besondere Wertschätzung der stellvertretenden Schulleiterin und Musiklehrerin Helga Dylla. Begleitet vom USKL-Quartett sang sie zur Melodie von „King of the road“ einen eigens für Herrn Rasfeld komponierten Text. 

Helga Dylla sang für Herrn Rasfeld eine umkomponierte Version von „King of the road“

Frau Dylla ergriff erneut das Wort und leitete zum Schulleitungsteam über: „Wir haben unsere Stärken in das Team eingebracht. Mit dir haben wir respektvoll für die Sache gestritten und gemeinsam viel erreicht.“ So kam jedes Schulleitungsmitglied in der Reihenfolge der Zugehörigkeit zur Schulleitung zu Wort. Die Abteilungleiter Hubert Rütten und Dorothee Lauterbach, die didaktische Leiterin Sabine Kliemann und der Oberstufenleiter Christoph Neukirch erinnerten an persönliche Ereignisse und dankten Herrn Rasfeld für die gemeinsame Zeit, die Offenheit und die Unterstützung. 

Verabschiedung durch die Schulleitungsmitglieder (Christoph Neukirch, Sabine Kliemann, Hubert Rütten, Dorothee Lauterbach)

Nach einem weiteren musikalischen Beitrag des USKL-Quartetts, diesmal mit dem Song „When I´m sixty-four“, richtete Christiane Lutter stellvertretend für das Kollegium das Wort an Herrn Rasfeld. Er habe dazu beigetragen, dass die UNESCO-Schule so ist, wie sie ist. Abschließend fügte sie hinzu: „So einen Schulleiter hat nicht jeder!“ und wünschte ihm alles Gute. Damit er das Kollegium immer in guter Erinnerung halte, stellten ihm Vertreter des Kollegiums mit viel Humor und Einfühlungsvermögen eine Schultüte zusammen. 

Christiane Lutter sprach im Namen des Kollegiums

Jürgen Rasfeld und Barbara Sterzenbach mit Schultüte

Vera Tatzki brachte ein Maßband, um den richtigen Abstand zur Schule zu halten

Michael Deininger wünscht mit einem Pflasterset eine sicheren Ruhestand

Den von Janina Möller überbrachten Hut kann Jürgen Rasfeld symbolisch an den Nagel hängen

Zum Schluss wurde es noch einmal emotional. Beim Lied „Peace shall be with you", das in einem Flashmob vom Kollegium dargeboten wurde, flossen unauffällig einige Tränchen. 

Das Kollegium wünscht musikalisch „Peace shall be with you"

Das letzte Wort hatte selbstverständlich die Hauptperson des Tages. Sichtlich gerührt äußerte sich Jürgen Rasfeld: „Es war wirklich eine sehr große Überraschung, mit der ich absolut nicht gerechnet habe. Ich werde noch lange daran zurückdenken.“ Herr Rasfeld bedankte sich bei allen für die Zusammenarbeit während der Schulzeit und die gelungene Verabschiedung. Es war ihm immer wichtig, dass alle „an einem Strang ziehen“. Er bedankte sich darüber hinaus bei seinem Sekretariat und allen weiteren nicht lehrenden Personen. Einen besonderen Dank richtete er auch an seine Frau und seine Familie, die ihm immer den Rücken freigehalten und ihn immer unterstützt haben. 

Jürgen Rasfeld dankt für die gute Zusammenarbeit und die Verabschiedung

Das Sekretariat war vertreten

Die fleißigen Helfer der UNESCO-Schule waren auch dabei

Beim anschließenden Sektempfang unter strahlend blauem Himmel ergaben sich noch weitere Gespräche und Gelegenheiten des persönlichen Abschieds. 

Persönliche Verabschiedung bei einem Glas Sekt

Verabschiedung in Corona-Zeiten

 

Fotos: UNESCO-Schule

Hier weitere Bilder in einer kleinen Dia-Show.

  

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