Reisebericht von der Stufenfahrt nach Berlin 2019

Der Deutsch-Leistungskurs berichtet

Zu Beginn des Schuljahres fuhren wir, also die 13. Klasse der UNESCO-Gesamtschule, nach Berlin auf Abschlussfahrt. 

Vor dem Brandenburger Tor

Am Brandenburger Tor 

Nachdem wir am Montagnachmittag an der Unterkunft angekommen waren, entschieden wir uns, die Stadt zu entdecken, und wir landeten schließlich am Brandenburger Tor. Dieses bot sich bei Abend perfekt für Fotos an. Das Highlight des Tages war jedoch, als wir zusammen mit einem Straßenkünstler Lieder gesungen haben, welche er mit der Gitarre begleitete. Alle hatten gute Laune und haben gemeinsam mitgesungen. Auch für den Straßenkünstler war es eine ganz neue Erfahrung, so großes Publikum zu haben, wie er uns mitgeteilt hat. Um den schönen Abend abzuschließen, sind wir nett durch die Stadt gelaufen, wobei wir sehr gut Berlin bei Nacht sehen konnten. 

Bastian Schmidt

Geburtstagsständchen 

 

Altes Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen

Für Dienstag stand ein Besuch in der Ausstellung im ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen auf dem Programm. Die deutsche Geschichte wurde lange Zeit verschwiegen, daher finde ich es bewundernswert, dass sich ehemalige Häftlinge, die dort verweilt haben, dafür eingesetzt haben, eine Gedenkstätte dort zu schaffen. Das Gefängnis wurde im Jahr 1990, nach dem Mauerfall, geschlossen. In dem Gefängnis gibt es ein Museum, in welchem man sich über die Lebensbedingungen und vor allem Erfahrungen ehemaliger Insassen erkundigen kann.

Olivia Christmann

 

Am besten hat mir die Führung durch das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen gefallen. Es war eine wirklich interessante und sehr beeindruckende Führung, dabei wurden wir gut mit Fragen und Erzählungen von Erlebnissen einbezogen. 

Die Untersuchungshaftanstalt steht für die Geschichte der politischen Verfolgung und Unterdrückung in der sowjetischen Besatzungszone. Das Gefängnis ist von außen eher unscheinbar und hat zu damaligen Zeiten nicht einmal auf der Karte existiert. 

In dem Gefängnis waren politische Gefangene inhaftiert, die in oft bunkerähnlichen Verließen eingesperrt waren. 

Franziska Kleinen

 

Zu sehen, wie die Gefangenen gelebt haben und mit welchen Bedingungen sie kämpfen mussten, hat mich erschrocken. Die Gefangenen haben oft kaum Essen bekommen und mussten eine vorgeschriebene Schlafposition einnehmen: die meiste Zeit ohne Decke oder ohne Matratze, unvorstellbar.

Gina Daniel

 

Es war ein komisches Gefühl durch die Tore des Gefängnisses zu gehen, erdrückend beschreibt es wohl am besten. Speziell an diesem einen Ort ist so viel Grausames geschehen, dass es kaum in Worte zu fassen ist. Uns Kindern wird ein bestimmtes Bewusstsein für die damalige Zeit vermittelt, aber kein Schulbuch der Welt könnte jemals das veranschaulichen, was dieses Grundstück an Empfindungen hervorruft.

Die Führung, die wir erhielten, war von einem Zeitzeugen namens Henri Leuchner. Er selbst war in dem Gefängnis inhaftiert, die Ursache für seine Haft war, dass er seine eigene Meinung gesagt hat, nur leider war seine Meinung gegen die Stasi. Seine ehemalige Zelle, welche wir auch betreten haben, war ein dunkler runder Raum, welcher jedem jegliche Orientierung raubt und in der Lage ist, Menschen in den Wahnsinn zu treiben. 

Und genau das, fand ich, war tatsächlich das Wichtigste an dieser Führung: nicht die Fakten, sondern das Bewusstsein, das sie geschaffen hat, und den Willen, die Zukunft besser zu gestalten. Es war keine schöne Erfahrung, aber eine wichtige und prägende, für die ich im Nachhinein sehr dankbar bin. 

Lotte Breitenfeld

Das Holocaust-Mahnmal

 

Stadtrundfahrt und „Topographie des Terrors“

Der dritte Tag:
Auch wenn wir schon Berlin viel durchquert haben, habe ich heute auf der Stadtrundfahrt mit den Bus noch einiges dazu gelernt und noch mehr Ecken gesehen. Ich hätte zum Beispiel nicht gedacht, dass es oben im Berliner Fernsehturm die größte Kuchenauswahl der Stadt gibt. Nach der Stadtrundfahrt hatten wir etwa zwei Stunden wieder für uns. Zuerst sind wir zur „Mall of Berlin“ gegangen, weil Lotte ihren Kreislauf wieder mit einem Smoothie in Schwung bringen wollte. Danach liefen wir zum fünf Quadratkilometer großen Tiergarten-Park, um da die Zeit ein bisschen im Grünen zu genießen. Und ich muss sagen: wow! Ich hätte nicht gedacht, dass Berlin auch so eine Seite hat.
Anschließend ging es zur Dauerausstellung „Topographie des Terrors“. Tatsächlich fand ich die Führung spannender als gedacht. Unser Guide war sehr sympathisch und unsere Gruppe hat die längste Führung bekommen.

Katharina Russ

In der Reichstagskuppel

Die Kuppel des Reichstags

Der vierte Tag war der Tag, an dem wir wohl an frühesten aufstehen mussten: um 6.15 Uhr! Schnell frühstücken.

Aber es hat sich gelohnt! Wir durften in die Kuppel des Reichstags-Gebäudes und hatten eine Audioguide-Führung bekommen. Die Kuppel zählt für mich definitiv zu den Orten, wo man mitunter die beste Aussicht über Berlin hat. Der beste Platz, wie ich später feststellen durfte, ist allerdings ganz oben auf im Fernsehturm Berlins.

Nach dem Besuch im Reichstag hatten wir noch eine Führung an der Mauer. Kunstwerke, die wir aus dem Kunstunterricht der Unterstufe noch in Erinnerung hatten, konnten wir dann live sehen. Noch dazu lernten wir bei manchen Graffitis etwas über die Geschichte.

Da wir an diesem Tag recht viel Freizeit hatten, weil alle Pflichttermine im Vormittag gelegen hatten, hatten wir noch genug Zeit, um unseren eigenen Interessen nachzugehen. Louisa, Marcel und ich sind zum Beispiel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Hard Rock-Café gefahren. Dort haben wir uns T-Shirts als Andenken gekauft.

Katharina Russ

Die Reichstagskuppel

East Side-Gallery

Die Führung an der East Side-Gallery war auch für mich neu. Diese fand ich auch sehr interessant, weil ich es sehr beeindruckend finde, wie die Geschichte Deutschlands an einem öffentlichen Ort mit vielen kleinen Kunstwerken für jeden zugänglich gemacht werden kann.

Ina Ebert

Am interessantesten auf der Berlinfahrt fand ich die East Side-Gallery. Ich fand es beeindruckend, dass eine Mauer, die damals für Angst und Schrecken gesorgt hat, jetzt mit den vielen verschiedenen bunten Bildern fröhlich wirkt. 

Besonders gefiel mir ein Bild, auf dem der Künstler eine Mauer gemalt hat, die wahrscheinlich die Berliner Mauer darstellen soll. Hinter und vor der Mauer sind verschiedene Menschen, Erwachsene und auch Kinder, die aus unterschiedlichen Ländern kamen. Das hat man an den verschiedenen Hautfarben und Gesichtsformen erkannt. Zusammen bauen sie die Mauer ab und die Kinder spielen mit den Mauerstücken. Der Künstler wollte wahrscheinlich mit seinem Werk zeigen, dass durch den Mauerfall ein Stück gegen Rassismus angekämpft wurde.

Ich fand es schade, als uns der Guide erzählt hat, dass alle zwei Wochen die Werke von Graffiti gesäubert werden müssen. Es ist traurig, dass die Menschen so respektlos sind und großartige Werke, die unter Denkmalschutz stehen, verunstalten.

Wenn ich noch mal nach Berlin kommen sollte, wäre das auf jeden Fall ein Ort, den ich noch mal besuchen würde.

Mandy Schröter

 

Fernsehturm am Alexanderplatz 

Der Besuch des Fernsehturms am Alexanderplatz gehörte zu einer freiwilligen Aktivität, die sich sehr gelohnt hat. Der Turm ist 368 Meter hoch und  damit deutschlandweit das höchste Gebäude und in Europa der vierthöchste Fernsehturm.

Auf 203 Metern Höhe befindet sich ein Raum, von dem man einen 360 Grad-Ausblick über die komplette Stadt hat. Die Blicke, die man aus dieser Höhe hat, sind atemberaubend. Außerdem erfährt man anhand von Bildtafeln viele Informationen über die wichtigsten Gebäude Berlins. Über der ersten Etage befindet sich ein exquisites Restaurant. Das Restaurant dreht sich in einer Stunde um 360 Grad, so dass man einen ständigen Perspektivenwechsel hat. Um zu den beiden Etagen zu gelangen, gibt es im Berliner Fernsehturm einen Fahrstuhl, der in 35 Sekunden sein Ziel, die erste Etage, erreicht. Die zweite Etage ist per Treppe zugänglich. Zudem befindet sich in der Decke des Fahrstuhls eine Glasscheibe. Dadurch bekommt man einen wahnsinnigen Blick in den beleuchteten Aufzugschacht.

Der Besuch des Berliner Fernsehturms ist sehr lohnenswert - der Ausblick ist einzigartig.

Fabian Bieber

 

Irgendwo zwischen Einsamkeit und Gemeinschaft

Ich stand mitten auf dem Alexanderplatz und war überwältigt von der Menschenmenge. Ich genoss es, jedes Fleckchen war belebt, nirgendwo herrschte Stille. Die Stadt Berlin hat einen anderen Rhythmus, einen schnelleren, Berlin schläft nicht! Ich hätte um vier Uhr früh noch Kaffee trinken können und ich wäre nicht alleine gewesen.

Aber Berlin hat auch eine andere Seite: die Einsamkeit, das Gefühl, fehl am Platz zu sein. Mein Gruppe suchte zum Beispiel abends nach einer Veranstaltung, doch wir irrten durch die Gegend und wurden nicht fündig, obwohl einem Berlin doch so lebendig erscheint mit fast vier Millionen Einwohnern.

Cosima Reimann

 

,,Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ 

Ich nahm mit riesiger Vorfreude an der verpflichtenden Berlin-Fahrt teil und ich kann jetzt schon sagen, die Vorfreude war nicht umsonst, denn Berlin war sehr schön, aber vor allem auch sehr interessant. 

Da meine Freundin und ich das Buch ,,Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ gelesen haben und wir uns auch die Verfilmung angeschaut haben, waren wir vor allem sehr aufgeregt: Christiane F. war ein Mädchen, das bereits in sehr jungen Jahren, ungefähr im Alter von 13 oder 14 Jahren, anfing Heroin zu konsumieren. Als das Geld nicht ausreichte, ging sie zum Bahnhof Zoo und besorgte sich ihr Geld für ihre Drogen durch Prostitution. Der Bahnhof Zoo befindet sich am Hardenbergplatz in Berlin. 

Die Prostitution gibt es aber nicht nur an einem Ort in Berlin. Es gibt sie überall da, wo es auch Heroinabhängige gibt. An der Kurfürstenstraße konnten wir dies auch sehen, denn diesen Ort besuchten wir auch, da er in dem oben genannten Buch erwähnt wird. Die Abhängigen haben selten ein Dach über dem Kopf und verrichten ihren Schlaf auf der Straße. Ganz in der Nähe unseres Hostels haben wir jeden Abend einen Obdachlosen auf der Straße übernachten sehen können.

Kaua Omar

 

Ausstellung „Körperwelten“

Mein schönstes Ereignis der Berlinfahrt 2019 war der Besuch der Ausstellung „Körperwelten“. Hier wurden hauptsächlich menschliche Körper, aber auch ein paar Tiere ausgestellt – diese Körper wurden nach Lebensende konserviert, sodass man einzelne Muskeln, Gedärme, Knochen sowie das Adersystem begutachten konnte.

Es war sehr faszinierend, solche Körper sehen zu können und zu wissen, dass diese alle real, also früher mal lebendig, waren.

Lea Berndroth 

Vor dem Hostel

 

Checkpoint Charly

Danach besuchten wir das Museum „Checkpoint Charlie“, welcher der bekannteste Grenzübergang war, als die Mauer noch stand und Deutschland in zwei Hälften unterteilt war.
Ich muss gestehen: Ich war wie durch eine Welle, eine Flut, überrollt worden und nach dem Besuch brauchte ich einige Zeit, um wieder klar denken zu können. Das Museum war größer, als wir je erwartet hätten. Es gab so viele Informationen. Es gab Informationstexte, Zeitungsartikel, Filme, Kunstwerke und sogar echt alte Ausstellungsstücke wie ein Kanu oder Trabants, in denen Puppen lagen. Die Puppen veranschaulichten die verschiedenen Arten und Weisen, wie die Leute damals versucht haben, Menschen über die Grenze vom Osten in den Westen zu schmuggeln. Für mich war dieser Ausflug eine riesen Erfahrung und unglaublich wichtig, um die Vergangenheit meiner Eltern und meine Oma besser zu verstehen.

Katharina Russ

 

Mein Berlin-Highlight ist das große Museum am Checkpoint Charly. Organisatorisch ist das Museum aufgrund seiner Größe in verschiedene Bereiche und Zimmer mit zueinander passenden Themen eingeteilt: Hauptsächlich wird über die Nachkriegszeit und die DDR berichtet, allerdings gab es auch einen großen Bereich mit Informationen über Krieg in der heutigen Zeit.

Besonders habe ich mich für die Flucht der verschiedenen Familien, die beispielsweise durch die Mauer getrennt wurden, interessiert. Das Vorhaben, über die Mauer zu gelangen, war äußerst gefährlich und für viele ein Todesurteil, denn oftmals sind die Menschen gescheitert, wurden von Wachposten entdeckt und direkt erschossen. Allerdings gelang die Flucht auch manchmal. Eine Familie, dessen Vater Raumfahrttechniker war, hat beim zweiten Versuch erfolgreich nachts die Mauer mit einem Heißluftballon überqueren können. Das hat mich sehr beeindruckt, denn die Familien haben gemeinsam mit ihren Kindern ihr komplettes Leben riskiert, um frei zu sein.

Nicht nur diese, sondern auch viele andere Geschichten von der Flucht haben mich sehr beeindruckt und mir nochmals bewusst gemacht, wie sehr wir unseren Frieden und unsere Freiheit beschützen sollten.

Elisabeth Eckert

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