Sucht-Präventionstage in der UNESCO-Schule

Marcella Gaudino, 8f, berichtet.

Am 16.3. und 17.3.2016 hatten wir, die 8f, die Suchtpräventionstage. An den beiden Tagen haben wir eine Menge über Drogen, Alkohol, Süchte und Alternativen gelernt. 
Wir begannen am Mittwoch, den 16.3, mit dem ersten Kunstprojekt. Wir kamen um 8:30 Uhr in den Kunstraum, sahen die Gruppentische mit Zeitung ausgelegt und darauf ein etwa zwei Schultische großes Packpapier. Ohne richtige Einleitung nahm jede/r Schüler/in einen Becher mit Farbe. An jeder Tischgruppe durfte man aber nur jede Farbe einmal benutzen, zum Beispiel waren an einem Tisch vier Schüler, somit wurden vier verschiedene Farben geholt. Der Auftrag war einfach: Seine Farbe aufs Blatt zu bringen, ohne ein Motiv wirklich zu formen und ohne Befehle von dem Team zu beachten.

Jeder sollte nur für seine Farbe verantwortlich sein. Kurz darauf durften wir anfangen. Nach nur gefühlten drei Minuten waren wir schon fertig. Mit Hilfe von drei Waschbecken in drei verschiedenen Räumen konnten wir unsere mit Acryl bemalten Hände und Pinsel reinigen. Die Bilder wurden in einem anderen Raum zum Trocknen gelegt. Wir wurden sogar vom Herrn Grasser gelobt, weil wir sehr sauber gearbeitet und schnell aufgeräumt hatten. 
Nachdem dies alles beendet war, bekam jeder einen Zettel, worauf man seine Gefühle aufschreiben sollte, die man beim Malen empfunden hatte. Häufig kam das Wort Spaß/Freude vor. Außerdem war man unkontrollierbar, wie manche auf ihren Zettel schrieben. Weniger kam Gemeinschaftsgefühl vor, also dass man sich nicht alleine fühlte. Dann sprachen wir über die Aktion, denn viele wussten nicht, was das Malen eines Bildes mit Drogen etc. zu tun hatte. Malen ist eine Alternative zum Spaßhaben. Man braucht kein Alkohol oder Drogen, um Spaß zu haben. Außerdem kann man auch Sport machen. Etwa um 9:45 Uhr waren wir fertig, somit hatten wir bis 10:45 Uhr Pause. 
Danach ging es weiter. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Zuerst lernte meine Gruppe, wie es zu einer Abhängigkeit kommt. Dies bezieht sich nicht nur auf Drogen und Alkohol, sondern auch auf Handysucht, Kaufsucht, Computerspielsucht und vieles mehr. Dazu mussten wir die Schritte selbst in die richtige Reihenfolge einteilen. Zuerst kommt es zu einer positiven Einstellung, d.h. man sieht z.B. seine Eltern an manchen Abenden ein Glas Rotwein trinken. Man merkt aber nicht, ob es gut oder schlecht für die Eltern ist. Als zweites folgt Konsum und Genuss. Man konsumiert den Rotwein und genießt. Darauf folgt die Gewohnheit. Man nimmt immer dieselbe Dosis und dies ist für den Körper schon normal geworden. Später dann der verstärkte Konsum: Man nimmt immer mehr zu sich. Nun folgt der Missbrauch. Man vernachlässigt eine Sache, man spielt z.B. täglich mehrere Stunden am PC und vernachlässigt somit die Schule. Zum Schluss die Abhängigkeit. Man kommt gar nicht mehr los. Wir machten aus, dass es bei der Gewohnheit schon fast zu spät sei, um von der Sucht wegzukommen. Schließlich wechselten wir den Raum und redeten mit einem Polizisten, der uns über ein paar Drogen aufklärte. Außerdem haben wir über Drogentests gesprochen: Marihuana, Haschisch, Crystal Meth und Kokain waren von meiner Gruppe genannt worden. Alle sind schlecht und illegal. Somit war der erste Tag geschafft.

Am nächsten Tag haben wir mit Frau Sander über Alkohol geredet. Zuerst wurden wir alle gefragt, ob wir schon einmal Alkohol getrunken hätten und bei welchen Gelegenheiten. Wir waren ungefähr 14 Schüler, wovon sich etwa fünf Schüler daraufhin „meldeten“. Eigentlich hat sich zuerst keiner gemeldet, aber als Silvester, Geburtstag und Karneval genannt wurden, gab es dann doch welche, die erzählten. 

Wir haben über die Nebenwirkungen von Alkohol gesprochen. Außerdem haben vier Schüler mit einer „Alkoholbrille“ ein paar Aufgaben machen müssen; diese Brille hat die Wirkung von Alkohol simuliert. Die Schüler sagten, dass sie mit der „Alkoholbrille“ die Entfernung gar nicht einschätzen konnten oder auch den Boden gewellt gesehen haben. Sie mussten einen Ball fangen und werfen, auf einer Linie laufen, Geld aufheben und ein Schloss öffnen. Danach haben wir einen kurzen Film geschaut, wo Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren durch Alkohol bewusstlos wurden und Filmrisse bekamen. 

Dann haben wir mit der anderen Gruppe getauscht und mussten alkoholfreie Cocktails machen. Jeder sollte drei verschiedene solcher Cocktails zubereiten und probieren. Von unserer Gruppe war der Liebling "Pfirsich-Gold". Von der anderen Gruppe wurde der Cocktail "Blauer Kapitän" am liebsten getrunken.

 

Nach der Pause haben wir mit Herrn Mrosek Rollenspiele gemacht. Dafür mussten wir alle unsere Tische an die Wand stellen und einen großen Stuhlkreis bilden. Danach haben wir Herrn Mrosek mit Geste, Mimik und Sprache nachgemacht, damit wir durch Gesten und Mimik sehen, dass man sich selbst erkennen kann, so Herr Mrosek am Ende der Übung. Darauf folgte ein Arbeitsauftrag. Wir wurden in fünf Gruppen eingeteilt und mussten untereinander ausmachen, ob wir für oder gegen Drogen waren, denn wir sollten einen Werbespot erstellen und am Ende der Klasse präsentieren. Maximal zehn Minuten Zeit hatten wir dafür. Bei den Präsentationen waren gar nicht mal so große Unterschiede zu sehen. Zwei Gruppen waren gegen Drogen und entschieden sich, einen Dialog am Anfang für Drogen zuführen, dann kam aber der Wendepunkt und Informationen wurde eingeführt. Man solle bloß nicht Drogen nehmen. Im Spot wurden dann Szenen, wie z.B. Tod durch Überdosis, Geldmangel durch die Drogen oder auch Polizeifestnahme wegen der Illegalität dargestellt. Die anderen drei Gruppen nahmen es dann lieber entspannter und haben sich eher einen Spaß daraus gemacht, obwohl Drogen kein Spaßthema ist. Meine Gruppe war ebenfalls für Drogen. Wir haben durch veranschaulichendes Material (zerbröselte Kreide), Reime und Slogan die Schüler wohl "überzeugt". Die zwei Gruppen gegen Drogen haben eher auf Wendepunkt im Spiel und die Darstellung von Nebenwirkungen geachtet. Und die anderen zwei Gruppen, die ebenfalls für Drogen waren, haben eher Informationen vermittelt. Die Rollenspiele sollten uns zeigen, dass man ohne Drogen sich eine Menge Ärger sparen kann, dass man kreativ ist, so wie beim Malen, und dass man Nein sagen soll, wenn man kurz vor dem Gruppenzwang etc. steht.
Wer sich ebenfalls für Drogen, Alkohol und Sucht interessiert, kann gerne mal auf der Internetseite www.null-alkohol-voll-power.de schauen. Dort stehen auch die Rezepte der alkoholfreien Cocktails, die wir getrunken haben.